Doppeljubiläum bei dem Projekt "Sozialarbeit an den beruflichen Schulen Bad Mergentheim"

Seit über zwanzig Jahren gibt es das Projekt „Jugendberufshilfe bzw. Jugendsozialarbeit am Berufsschulzentrum Bad Mergentheim“ als Fachbereich der Mobilen Jugendbetreuung der Jugendhilfe Creglingen e. V. Doppelten Grund gab es nun zum Feiern, da auch die Stelleninhaberin Barbara Knorr Anfang November ihr fünfzehnjähriges Dienstjubiläum beging. Zu einer kleinen Feierstunde waren Martin Frankenstein (Leiter Jugendamt Main-Tauber-Kreis), Frau Knorrs Vorgänger Holger Ebert, der die Sozialarbeit an der Berufsschule maßgeblich mit aufbaute, Schulleiterin Anke Mund, Herr Dertinger und Frau Fernkorn (EPE) sowie die Jubilarin Frau Knorr und Werner Fritz (Geschäftsführer der Jugendhilfe Creglingen e. V.) in der Beruflichen Schule für Ernährung, Pflege und Erziehung (EPE) zusammengekommen. Gemeinsam hielt man einen Rückblick auf die vergangenen Jahre. Gestartet im Oktober 1998 als sogenannte Jugendberufshilfe ist die Sozialarbeit seit langem an der Schule etabliert und zum festen Bestandteil geworden. Finanziell getragen wird das Projekt, welches anfangs aus zwei Stellen bestand, vom Landkreis, dem Land Baden Württemberg und Mitteln aus dem Europäischen Sozialfond. Zu Beginn war noch das Arbeitsamt als Finanzgeber mit im Boot, stieg aber wieder aus. Durch den Ausstieg des Arbeitsamtes fiel eine Stell weg, die hauptsächlich für den Kontakt zu Praktikumsplätzen und das Akquirieren neuer Arbeitgeber zuständig war. Diese Stelle wurde in den Anfangsjahren erfolgreich von Bernd Wunsch ausgeübt. Seit 2001 gibt es weitere Projekte an den landkreiseigenen Schulen in Wertheim und in Tauberbischofsheim unter Trägerschaft des Kolping Bildungswerkes e. V.

Für die Jugendhilfe Creglingen e. V. war der Start des Projektes damals die erste Hilfe außerhalb des klassischen Jugendhilfeangebotes und so ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der Einrichtung. Das Projekt Jugendsozialarbeit am Berufsschulzentrum in Bad Mergentheim ist an der Beruflichen Schule für Ernährung, Pflege und Erziehung angesiedelt, ist aber ein Angebot für alle Schüler des Berufsschulzentrums einschließlich kaufmännischer und gewerblicher Berufsschule. Schwerpunktmäßig werden die Schüler und Schülerinnen aus dem VAB (Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf) und dem BEJ (Berufseinstiegsjahr) betreut. Das VAB ist ein Pflichtschuljahr für Jugendliche ohne Hauptschulabschluss, die der Berufsschulpflicht nachkommen müssen. Hier haben sie die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss zu erwerben. Durch viele Praktika und die verschiedenen Berufsfelder im praktischen Unterricht dient es auch der beruflichen Orientierung. Das BEJ ist für Jugendliche, die einen Hauptschulabschluss haben, jedoch ohne Ausbildungsplatz sind und ihre Berufsschulpflicht erfüllen müssen. Es dient auch als Vorbereitung für eine Ausbildung. Oftmals liegt der Schulbesuch des VAB auch an mangelnden Sprachkenntnissen und den fehlenden Schlüsselkompetenzen, die man für eine Ausbildung benötigt.

Die Sozialarbeit an der Berufsschule gibt Hilfe zur Vermeidung von Schulversagen und Schulverweigerung. Die Sozialpädagogin Barbara Knorr bietet Einzelfallhilfe an und führt Gespräche mit den Jugendlichen, sie arbeitet mit den Eltern und macht bei Notwendigkeit auch Hausbesuche. Das Ziel der Hilfe ist die Vermittlung von praktischen Fähigkeiten, die das schulische und zwischenmenschliche Leben erleichtern und den Einstieg ins Berufsleben unterstützen. Frau Knorr hat immer ein offenes Ohr für alle Schüler und auch die Lehrer des Berufsschulzentrums. Deutlich zu sehen ist, dass sich die Schüler und die Konstellationen in den Klassen über die Jahre stark verändert haben. Am Anfang des Projektes galt es, der hohen Jugendarbeitslosigkeit entgegenzuwirken. So war es über viele Jahre ein Schwerpunkt, die jungen Menschen bei Praktika, Bewerbungen und der Suche nach einer Ausbildungsstelle zu unterstützen. Inzwischen geht es verstärkt um Hilfen für einzelne Schüler, die Schule zu besuchen und einen Schulabschluss zu erreichen. Die Schüler sind heute öfters unmotiviert dem Unterricht zu folgen. Auch der Anteil der Schüler mit psychischen Auffälligkeiten hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Diese Probleme ziehen sich durch alle Klassen des Schulzentrums und zeigen die Notwendigkeit der Hilfe auf.  

Mit viel Feingefühl und einem hohen Grad an Wertschätzung ist Frau Knorr seit fünfzehn Jahren mit hohem persönlichen Engagement für die Schüler da. Oftmals gilt es Sonderlösungen zu finden für die Schüler, die es auf dem normalen Weg nicht schaffen. Die Schule und die Schüler profitieren sehr von Frau Knorrs großer Erfahrung und Beständigkeit. Zum Ende des Schuljahres gibt es dank der Hilfe stets eine hohe Vermittlungsquote der Schüler, die entweder eine Berufsausbildung starten oder die Schule weiter besuchen, um einen höheren Abschluss anzustreben. Die Schulleiterin der EPE Frau Mund und ihre Kollegen sind froh und dankbar für die Hilfe, da Frau Knorr in ihrer Rolle einen anderen Zugang zu den Schülern bekommt als die Lehrer. Alle Anwesenden waren sich zudem einig, dass die Kooperation zwischen Frau Knorr und der Schule sowie dem Jugendamt sehr gut funktioniere.

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