Ein angenehmer Extremer

Mit Robby Clemens machte vergangenen Donnerstag ein Extremsportler Station in der Kurstadt, der resultierend aus einer Alkoholsucht und der Insolvenz seines Unternehmens, den Lauf- bzw. Extremsport für sich als Rettung entdeckt hat. "Ich war Alkoholiker, wog 125 Kilo und habe ein Unternehmen an die Wand gefahren" so Clemens eingangs. Ein Besuch bei seinem Arzt und zwei Ohrfeigen später machte dieser ihm recht unkonventionell klar, dass es so nicht weitergehen kann und eine Entziehungskur der einzige Ausweg sei. Einem Kumpel, der ebenfalls Alkoholkrank war, verdankt er den Impuls, es mit dem Laufen zu probieren. Der erzählte ihm nämlich, dass ein Bekannter seine Alkoholsucht mit dem Laufen in den Griff bekam und seit er regelmäßig Kilometer runterspult, keinen Tropfen Alkohol mehr zu sich genommen habe. "Da dachte ich mir ein paar Laufschuhe kaufen oder mehrere Wochen in eine Klinik gehen und bereits am nächsten Tag wollte ich im Leichtathletikstadion bei uns daheim mit den neugekauften Joggingschuhen ein paar Runden laufen" so der sympathische Motivationscoach und Buchautor. Es wurde allerdings nur eine halbe Runde, danach "war ich kaputt". Am nächsten Tag stand er aber wieder auf der "Piste" und nach wenigen Tagen waren es dann schon zwei Runden, die er durchhielt. Danach gab es für Clemens letztlich kein Halten mehr, er war nun hungrig auf mehr. In seinem knapp zweistündigen Vortrag kehrte der in der DDR aufgewachsene gelernte Installateur sein Innerstes nach Außen und nahm die Zuhörer mit auf "seine" Reise. Erzählte von der Teilnahme am Grönlandmarathon und dem Gedanken und Wunsch, vom Nordpol zum Südpol zu laufen. Ganz ohne Rekordgedanken, nur für sich alleine. "Trenne dich nie von deinen Illusionen und Träumen. Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren, aber aufgehört haben, zu leben." Dieser Spruch von Mark Twain war ab da sein Lebensmotto. 2007 im Januar brach er dann zu einer Weltumrundung auf. 13.262 Kilometer, 27 Länder und vier Kontinente lagen hinter ihm, als er dann im November des gleichen Jahres durch das Brandenburger Tor lief und wieder zuhause war. Dem Gedanken, dass hierzulande der Zweitplatzierte bereits der erste Verlierer ist, dem konnte er nie etwas abgewinnen, führt Clemens aus. Dies hat sich auf all seinen Touren verfestigt. 2015 begann dann ein weiterer Traum von ihm real zu werden - zu Fuß vom Nordpol zum Südpol. Zwei Jahre lang härteste physische und psychische Anstrengungen, gut 25.000 Kilometer Wegstrecke und Eindrücke aus faszinierenden Landschaften, beginnend auf der russischen Driftstation Barneo durch die Eiswüste der Arktis über Grönland weiter durch die Wildnis Kanadas und die Metropolen der USA, trockene Wüsten Mexikos und beeindruckende Kulturlandschaften Südamerikas - wunderbare Begegnungen und auch Angst und Zweifel hatte er bei seiner Rückkunft somin en Masse im Gepäck. An all diesem ließ er das Publikum auf faszinierende Weise, garniert mit vielen Bildern und Videoaufnahmen, teilhaben. Er erzählte überdies von vielen Begegnungen auf all seinen Touren, der ihm verliehenen Ehrenbürgerschaft der Stadt Houston in den USA, der Begegnung mit der Band Rammstein, die er in New York kennenlernen durfte und die - wie für Clemens überraschend viele Andere - akribisch genau verfolgten. Oft kam er in Städte oder an Landesgrenzen und wurde da bereits empfangen. Oft, gerade in Südamerika, auch von Polizeieinheiten, die ihn zu seinem eigenen Schutz begleiteten. Wer mehr über Robby Clemens erfahren möchte, kann dies über dessen Homepage www.robbyclemens.de tun.

Die Veranstaltung im Stadtgarten wurde vom Jugendhaus Marabu in Kooperation mit der Sportjugend im Main-Tauber-Kreis durchgeführt und finanziell vom Landratsamt, dem Verein für Jugendhilfe Mosbach sowie der AOK unterstützt. Etwas schade fanden die Veranstalter vom Jugendhaus und der Sportjugend, dass am gleichen Tag in der Kurstadt zwei ähnliche Veranstaltungen stattfanden und dies, obwohl der Event mit Robby Clemens bereits seit März im Veranstaltungskalender der Stadt geführt wurde und es bis dato noch keine entsprechenden anderen Veranstaltungen gab. "Es ist schade, wenn in einer Stadt mit 20.000 Einwohnern so an einem Tag gegenseitig Besucher abgezogen werden. Der Veranstaltungskalender ist ja auch mit unter dafür da, entsprechende Überschneidungen zu vermeiden" heißt es von Seiten der Veranstalter, die auch im nächsten Jahr wieder versuchen werden einen entsprechenden Vortragsredner nach Bad Mergentheim zu lotsen, der dann - nach Uli Borowka und nun Robby Clemens - von seiner Sucht und dem Kampf diese zu besiegen, berichten wird.

Auf dem Foto sehen Sie:

Von links: Dominic Faul (Vorsitzender Sportjugend TBB), Volker Schröder (Jugendhaus Marabu),
Werner Fritz (Jugendhilfe Creglingen), Robby Clemens, Carsten Pauly (Jugendhaus Marabu), Sportkreisjugendreferent Michael
Geidl, Reinhold Balbach (Vorsitzender Sportjugend Mergentheim), Matthias
Götzelmann (Vorsitzender Sportkreis Tauberbischofsheim)

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