Mut machende Tipps in Erziehungsfragen

Ein Impulsvortrag mit Workshopcharakter sorgte für einen gelungenen Auftakt des ZAM-Elterncafés: Die Aufnahme zeigt Teilnehmende und Interessierte gemeinsam mit Referentin Carmen Keppner (vorn, Mitte), ZAM-Organisatorin Angela Müller (rechts) sowie Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonflikt-Beraterin Anne-Kathrin Bock (hinten, Mitte). © INGE BRAUNE

Das „Zentrum für alle Menschen“ (ZAM) hat mit einem Impulsvortrag zum Thema „Erziehung durch Beziehung“ einen erfolgreichen Auftakt des Elterncafés gefeiert.

Weikersheim. Eigentlich wollte das ZAM („Zentrum für alle Menschen“) ja schon viel früher mit dem „Elterncafé“ loslegen. Die alte Leier: Corona. Jetzt hat es geklappt. Mit einem Impulsvortrag, der stellenweise fast zu einem Impuls-Workshop geriet, gestaltete am Montagabend die Sozialpädagogin und Systemische Paar- und Familientherapeutin Carmen Keppner im Katholischen Gemeindesaal einen gelungenen Auftakt.

Die Teilnehmerzahl war begrenzt: Noch immer heißt es „Abstand halten.“ Elternpaare, Mütter und Väter, auch solche, die mittlerweile bereits als Tages- und Großeltern Erziehungskonflikte aus eigener Erfahrung kennen, wollten mehr darüber wissen, wie „Erziehung durch Beziehung“ gelingen kann.

Was genau sie von dem Abend erwarteten, notierten sie kurz auf Zetteln: „Ideen für ein harmonisches und gelingendes Miteinander“ nicht nur in der Beziehung zu Kindern, sondern generell auf dem Lebensweg erhoffte sich eine Teilnehmerin.

Eine andere wünschte praktisch umsetzbare Tipps und Tricks, weitere wünschten mit Blick auf einen möglichen Corona-Winter Ideen zur angenehmeren Gestaltung des Familienalltags. Im Raum stand auch die ganz praktische Frage, wie ein konstruktiver Umgang mit Provokations- und/oder Konfliktsituationen aussehen könnte. Irgendwie war früher, als Eltern, Lehrerinnen und Lehrer noch ganz einfach respektierte Autoritäten waren, manches einfacher. Natürlich gab es auch damals eskalierende Konflikte: Wenn Eltern schon auf kleine Aggressionen mit eiserner Härte reagieren, tun Kinder zwar irgendwann, was von ihnen gefordert wird, aber nur innerlich grummelnd. Wohl fühlen sich in dieser Situation in der Regel weder Eltern noch Kinder – und das gilt auch, wenn Eltern auch überzogenen Forderungen des Nachwuchses ständig nachgeben.

Die Rollenspiel-Paarübung machte das spürbar: Weicht die Stopp signalisierende Hand immer nur zurück, wenn die in der Kindrolle fordernde Faust vorrückt, ist es für beide Seiten unerquicklich. Wie fühlt es sich an aus der Kind-Perspektive? „Da ist nichts – da ist keiner – da bin ich allein.“ Nicht gerade heiter. Eine Alternative haben der israelische Psychologe Haim Omer und der Weinheimer Familientherapie-Lehrtherapeut Arist von Schlippe entwickelt. In ihrem Konzept der „neuen Autorität“ setzen sie nicht auf Macht und Kontrolle, sondern auf elterliche Präsenz. Um aufzuwachsen, brauche das Kind einen Jemand, eine Person, die zu ihren eigenen Gedanken, Gefühlen und Wünschen steht, postulieren sie.

Nur diese wirkliche Präsenz – echt und ohne Ablenkung zuhörend und sich stellend – biete die Sicherheit, Orientierung und Verlässlichkeit, die Entwicklungsmöglichkeiten, den Aufbau von Beziehungen und konstruktive Konfliktlösungen ermögliche. Omer und von Schlippe raten, gerade wenn es schwierig wird, nicht wegzugehen, sondern ganz im Gegenteil. Mit dem Doppelsignal „das ist nicht in Ordnung – und ich bin für dich da“ seien Türen zu kreativen Konfliktlösungen zu öffnen. Im möglicherweise bereits im September startenden Elterntraining – nach dem Workshop-Vortrag meldeten etliche Teilnehmende bereits ihr Interesse an – werden etwa Beziehungsgesten eingeübt, die Kindern deutlich zeigen, dass sie nicht allein gelassen sind.

Dafür sei es durchaus in Ordnung, auch andere dem Kind und der Familie wohl gesonnene Angehörige von Familien- und Freundeskreis einzuspannen, findet die systemische Beraterin.

Schon der Einführungsabend vermittelte Eltern einige praktische Tipps und machte Mut, eigenes Verhalten ebenso wie die Motivation des manchmal „schwierigen“ Kindes zu hinterfragen und neu zu denken. Nach den Sommerferien will das Elterncafé nicht nur Vorträge und Seminare für Eltern anbieten, sondern einmal monatlich an einem Nachmittag ein offenes Elterncafé für Eltern und Kinder zum entspannten Austausch in lockerer Runde einladen.

Einstweilen nimmt ZAM-Organisatorin Angela Müller Anregungen für Vortrags- und Seminarwünsche auf. Unter Telefon 0175-810-2993, email: info@ zam-weikersheim.de finden Interessierte Infos über Sprechzeiten, Angebote und Termine.

Bericht und Foto: Inge Braune
Fränkische Nachrichten 15.07.2021

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